Zur Entspannung ein Triathlon

Ehrgeizig und bemerkenswert souverän – diese Eigenschaften beschreiben Marcel Mändl wohl am besten. Erst vor kurzem wurde das GLS-Eigengewächs zum Region Operations Manager Austria ernannt. In einem Gespräch mit der InSight gewährt der 23-Jährige spannende Einblicke in seinen Arbeitsalltag und erklärt, wie er den Übergang vom Depot Manager zum operativen Leiter erlebt und welche Ambitionen er hat. 

Herr Mändl, Sie sind ja in Deutschland aufgewachsen. Wie sind Sie zu GLS Austria gekommen?

Direkt nach dem Abitur in Baden-Württemberg habe ich das duale Studium bei der GLS Germany begonnen. Im BWL-Studiengang mit Fachrichtung Logistikmanagement habe ich den Titel Bachelor of Arts erworben. 

Während des Studiums habe ich dann ein Praxissemester in Portugal gemacht und über diesen Umweg habe ich das Management aus Österreich kennengelernt, weil beide Länder zu diesem Zeitpunkt unter der Verantwortung von Klaus Schädle, Group Area Managing Director, standen. Gegen Ende meines Studiums habe ich mich intern dem österreichischen Management vorgestellt. Im August 2018 habe ich zur Einarbeitung die Stelle des Transportleiters in Rankweil übernommen, bevor ich Anfang Januar 2019 zum Depotleiter befördert wurde. Seit Dezember 2020 bin ich Region Operations Manager und in diesem Verantwortungsbereich zuständig für ganz Österreich.  

 

Dann waren Sie mit 21 Jahren der jüngste Depot Manager bei GLS in Europa?

Bei GLS muss man mittlerweile ja von weltweit sprechen. [Er lacht] Mir wäre intern kein Register dafür bekannt, aber davon gehe ich aus, ja. 

 

Wie sind Sie mit dieser Situation umgegangen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich als junger und unerfahrener Depot Manager gerade am Anfang mehr beweisen muss, als ein erfahrenerer Kollege. Schnell hat sich die Zusammenarbeit am Standort eingespielt und daraufhin habe ich eher Respekt dafür erhalten, bereits in so jungem Alter eine solche Verantwortung tragen zu können.

Ich liebe Herausforderungen und ich habe nie daran gezweifelt, dass etwas schief gehen könnte. Diese Einstellung gehört für mich einfach dazu.

 

Seit Dezember sind Sie operativer Leiter von ganz GLS Austria. Wie gehen Sie an diese neue Herausforderung ran? 

Der zukünftige Verantwortungsbereich ist im Vergleich zu meinem jetzigen um ein Vielfaches größer. Ein mir wichtiges Anliegen ist es, meinen Beitrag zur Weiterentwicklung der GLS Austria zu leisten, indem ich innovative Ideen und neue Lösungsansätze einbringe. Es ist jedenfalls keine Selbstverständlichkeit, bereits in so jungen Jahren diese Verantwortung übertragen zu bekommen. Dies zeigt unter anderem, dass die GLS offen gegenüber Veränderungen ist und auch neue Wege einschlagen möchte. 

 

Neben Ihrer neuen persönlichen Herausforderung gibt es noch eine weitere bei GLS Austria: Aktuell ist das Volumen im 2C-Segment auf Rekordniveau. 

Das stimmt und besonders zu Beginn der Pandemie hat uns die Flut an 2C-Mengen vor einige Herausforderungen gestellt. Gerade die Menschen in den etwas abgelegenen Gebieten haben plötzlich damit begonnen, online einzukaufen. Als ideales Beispiel dient hier der Bregenzerwald: eine wunderschöne Urlaubsregion, in der wir im Depot Rankweil mit dem höchsten Wachstum im Bereich der Privatzustellungen konfrontiert waren. In noch engerer Zusammenarbeit mit unseren Transportpartnern und dem Einsatz von zusätzlichen Zustellfahrzeugen konnten wir über das ganze Jahr eine extrem hohe Qualität aufrechterhalten. 

 

Wie haben Sie persönlich die Corona-Krise bisher erlebt? 

Kurz nachdem die Pandemie ausbrach, musste ich selbst für zwei Wochen in Quarantäne, da ich mich zu diesem Zeitpunkt im Skiurlaub am Arlberg befand. Einige Tage später wurde die ganze Region um den Arlberg unter Quarantäne gesetzt. Dieses Gebiet gehörte zum Zustellbereich meines Standortes Rankweil. Aus der Quarantäne heraus musste ich also einen Standort leiten und Sie können sich sicher vorstellen, wie groß die Unsicherheit in Bezug auf die Pandemie war. Seitdem ist die Verantwortung noch gestiegen, weil wir an den Standorten natürlich stets dafür Sorge tragen müssen, dass die Schutz- und Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Bis jetzt ist uns das wirklich gut gelungen. 

 

Vielerorts hört man, dass die Krise eine Art Katalysator für Innovationen sei. Gibt es Logistik-Trends, die sie persönlich bewegen?

Smart Citys und die damit verbundene Logistik interessieren mich besonders. Ebenso alle nachhaltigen Zustellvarianten und Ideen, die sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sowohl im Waren-, als auch im Personenverkehr durchsetzen werden. An solch einer Herausforderung mitzuwirken und das Ergebnis mitzugestalten macht mich glücklich. 

 

Also glauben Sie durchaus an die oft zitierten „Chancen in der Krise“?

In jeder Krise gibt es Sieger und Gewinner. Persönlich hoffe ich zumindest, dass die Menschen durch die Corona-Krise erkennen, dass unsere Arbeit weder selbstverständlich noch von minderem Wert ist. Nicht nur in den Zeiten eines Lockdowns sind Paketdienste von großem Nutzen. Diese Anerkennung sollte die Gesellschaft auch den Mitarbeitern und den Zustellfahrern unserer Branche entgegenbringen. 

 

An welchen Projekten haben Sie zuletzt gearbeitet? 

Vor einigen Wochen haben wir die Ausrollung der neuen Handscanner abgeschlossen. So konnten wir den Zustellfahrern ein innovatives Gerät an die Hand geben, mit dem sie täglich arbeiten. Parallel sind wir mit der Digitalisierung der Zollprozesse sehr weit vorangekommen. Gerade im Hinblick auf den Brexit könnten schlanke Zollprozesse in der Logistik ein Alleinstellungsmerkmal werden. 

 

Und was machen Sie nach dem Feierabend?

Parallel zu meiner neuen Tätigkeit als Region Operations Manager studiere ich noch Wirtschaftswissenschaften an der Fernuniversität Hagen in Deutschland. Das ist momentan mein privates Hauptprojekt.

 

Bei so viel Beanspruchung für den Kopf: Wie finden Sie denn Zeit für Erholung?

Erholung finde ich in fordernden und langen Triathlon-Trainingseinheiten und auch in den langen Ausfahrten mit dem Rennrad an den Wochenenden. Dazu kommen schöne Abende im Kreis der Familie und mit Freunden oder das Lesen von Büchern über verschiedene Themen. 
 

„Ich liebe Herausforderungen und ich habe nie daran gezweifelt, dass etwas schief gehen könnte. Diese Einstellung gehört für mich einfach dazu.“

Marcel Mändl, Region Operations Manager Austria

Zum Seitenanfang