Der Mann aus dem Süden

Zielstrebig, konsequent, ausgeglichen. Hinter seiner meist ruhigen Art spürt man Dynamik und vor allem Spaß an der Arbeit. Klaus Schädle wird selten auf Mitte 50 geschätzt. Der Group Area Managing Director ist verantwortlich für die GLS-Landesgesellschaften in Österreich, Italien, Frankreich und Irland. 

Herr Schädle, wie sind Sie zur Logistik gekommen?

 

(Er lacht)
Das liegt wohl in den Genen. Mein Vater war Geschäftsführer einer Spedition und ich habe dort schon als Jugendlicher gejobbt. Ware zu bewegen hat mir gefallen und ich habe früh erkannt, dass mir das Spaß macht und das ein Job mit Zukunft sein kann.

Sie sind seit Jahren für GLS in Italien und Österreich verantwortlich. Vor kurzem ist Frankreich hinzugekommen. Wie sieht eine typische Woche bei Ihnen aus?

 

Mein Tag beginnt in der Regel morgens um sechs Uhr mit etwas Sport und einem kurzen Frühstück. Montags geht es dann vom schönen Allgäu nach Mailand. Tagsüber und oft auch noch abends finden Meetings statt. Ich bin dabei viel in Italien unterwegs, treffe mich mit unseren Franchisees in unseren rund 160 Standorten. Meist geht es am Donnerstag weiter nach Österreich. Aktuell reise ich aber vor allem viel durch Frankreich, um die Depots und Mitarbeiter kennenzulernen. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben und Erfahrungen.

GLS arbeitet in Italien mit eigenen Standorten, aber auch mit Franchisees. Warum ist das so?

 

Die GLS in Italien hat sich historisch aus dem Franchise System Corriere Executive entwickelt, welches seit 2001 eine hundertprozentige GLS-Tochter ist. Einen Großteil der GLS-eigenen Standorte betreiben wir im Norden Italiens und in Rom. Die meisten Regionen des Landes decken wir mit unseren 60 Franchisees ab – wobei das für das GLS-System und unsere Kunden keinen Unterschied macht, denn wir arbeiten überall nach den gleichen Standards, von Brixen in Südtirol bis nach Siracusa auf Sizilien. Vom Paket bis zur Palette transportieren wir aus einer Hand alles, was sich der Kunde wünscht und wie er es wünscht.

Ist dieses System erfolgreich?

 

Das kann man so sagen. GLS Italy hat in den vergangenen vier Jahren trotz der wirtschaftlichen Krise im Land das Sendungsvolumen verdoppelt. Dabei ist der Anteil des B2C-Geschäftes auf rund 50 Prozent gestiegen. Wir sind die Nummer 2 im italienischen Markt – und seit Jahren Qualitätsführer.

Inwiefern hat die Zeit in Italien Sie persönlich verändert?

 

Ich fühle mich sehr wohl in Italien, komme aber auch immer gerne nach Österreich. Zu den Stärken der Menschen hier in Italien gehört es, flexibel und schnell auf neue Situationen und Herausforderungen zu reagieren. Wir sehen zuerst die Chance, unser Geschäft zu entwickeln und wägen das Risiko ab. Gepaart mit der Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit, die den Deutschen oft zugeschrieben wird, ist das die Grundlage unseres Erfolgs.

Ist Flexibilität wichtig für die Zukunft?

 

Ja, denn der Markt verändert sich stetig, vor allem durch den boomenden Online-Handel. Im wachsenden 2C-Markt brauchen wir Innovationen auf der letzten Meile, also der Zustellung, die standardisierte Prozesse mit flexiblen Lösungen verbindet.


Nachhaltige City-Logistik-Konzepte zählen zu den besonderen Herausforderungen und diese unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. In Italien experimentieren wir mit vielen unterschiedlichen Ansätzen – Elektrofahrzeuge, Fahrräder, Kuriere auf Inlineskates. Dabei verfolgen wir eine klare Hands-on-Mentalität: einfach machen, statt lange zu reden, und keine Angst davor haben, dass etwas mal nicht funktioniert.
 

Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Fähigkeiten, die einen Manager ausmachen?

 

Ein guter Manager muss die Prozesse im System kennen und die Arbeitsabläufe verstehen. Er muss sich Zeit nehmen für seine Mitarbeiter und Kunden, ausgeglichen und vor allem berechenbar sein. Ich denke, nur so kann man ein motiviertes Team formen, das hinter einem steht und auch Spaß an der Arbeit hat. Ich liebe meinen Job und versuche das auch täglich meinen Mitarbeitern zu vermitteln.

Und wie spannen Sie aus?

 

Ich lege zum Ausgleich Wert auf ein Wochenende ohne Arbeit. Dann genieße ich die Zeit mit der Familie und Freunden, gerne auch bei sportlichen Aktivitäten wie Radfahren, Skifahren oder Bergsteigen.

 

 

Klaus Schädle

 

Klaus Schädle blickt auf 37 Jahre Logistik-Erfahrung zurück, 15 davon bei GLS. Hier startete er als Regionalleiter Süd in Deutschland. 2006 kam die Verantwortung für Österreich hinzu und einige Jahre lang auch die für Portugal. Im März 2008 wurde Klaus Schädle in Italien gebraucht und zum Managing Director Europe South ernannt. 2009 gab er die Leitung der Region Deutschland Süd ab und wurde Geschäftsführer von GLS Italy. Seit Juni 2018 ist er als Group Area Managing Director außerdem für GLS France verantwortlich.

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